Positive 1

Fast nur Positives

Auf dieser Webseite (Unterseite) gibt es fast nur positive Dinge. Ich habe einen positiven Lebenslauf geschrieben, der nicht ganz objektiv ist. Positive Brille.

To make this long story short: Es geht unter anderem um Vergebung, die wir Christen anderen Mitmenschen gewähren. Hier geht es unter anderem auch besonders um meine Eltern. Weitere Stichworte: Liebeserklärung, Badekugeln.

Ich danke dir, Herr, dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Psalm 139.

Ich bringe hier fast nur positive Dinge und Erlebnisse von mir und meinen Vorfahren. Meine Eltern waren gottesfürchtig, dachten nie an Scheidung und waren lieb.


Hyperlinks zu meinen Inhalten

Mehr überwiegend Positives verlinkt gibt es hier in diesem Block.

Weil viele Beiträge positiv sind, habe ich hier einen Link zu einer kleinen externen Website mit gut lesbaren "Datei-Downloads" hineingestellt (z. B.: Baltrum).

Noch eine christliche externe Website. God-is-more, und recht umfangreich: die Sammung.

Eine Goldhamster-Ecke - gehört hier zu den Tiergeschichten und Erinnerungen dazu.


Meine Vorfahren

Die Entstehung des Doppelnamens

Die Entstehung unseres Nachnamens in drei "Dialekten"

Diese Website trägt den Namen "stefan-siegmund-schultze.com". Denn ich heiße schon seit 1956: "Stefan Siegmund-Schultze." - Aus ersichtlichem Grund wurde ich schon oft gefragt, wieso ich einen Doppelnamen habe, und genauer, ob früher meine Mutter "Siegmund" und mein Vater "Schultze" hieß - oder etwa umgekehrt. Aber nein, weder noch! Es könnte wie folgt gewesen sein, was ich jetzt glaube: Man sagt, einer meiner Urgroßväter (also vielleicht Ur-Ur-Ur-) habe aus einem nett erklärlichen Anlass eine "Verlängerung" seines Nachnamens beantragt. Und daher folgende Geschichte.
Ich habe es gewagt, den Text in drei verschiedenen Formen zu verfassen: zuerst in Deutsch um 1900 – also zum Beispiel mit „daß“ statt „dass“; dann bei "2" in heutigem Deutsch. Zuletzt - na, lass dich überraschen.

1: Es begab sich einst, daß in einer Stadt in Ostdeutschland zwei Familien wohnten, die denselben Familiennamen trugen, nämlich den Namen "Schultze".
In der einen Familie war der Vater Pfarrer, ein würdiger und geachteter Mann. Gleich nebenan, ein Haus weiter, lebte die andere Familie Schultze; deren Hausherr jedoch war kein Pfarrer.
Die Pfarrersfamilie hielt wie eine Tradition daran fest, ihren Söhnen als zweiten Vornamen den Namen „Siegmund“ zu geben, so daß etwa ein junger Herr „Heinrich Siegmund Schultze“ heißen konnte. Die Söhne des Pfarrhauses führten also stets zwei Vornamen.
Eines Tages nun stand ein festlicher Anlaß bevor. Die Pfarrersfamilie wollte einen schönen Geburtstag feiern und bestellte zu diesem Zwecke bei einem Konditor eine prächtige Torte. Die Torte wurde auch hergestellt und ausgeliefert – jedoch, o, o! – nicht an die richtige Adresse. Statt zur erwartungsvollen Festgesellschaft gelangte sie versehentlich zu den Nachbarn gleichen Namens, also zur Familie Schultze ohne Pfarrer.
Dort aber fanden die Kinder, angelockt vom süßen Anblick und Geruch, schnell Geschmack an der Sache und machten sich über die Torte her, bis diese teilweise verzehrt und in unschöner Weise zugerichtet war.
Im Pfarrhaus dagegen wartete man vergeblich auf das bestellte Kunstwerk aus Biskuit, Marzipan, Creme und Zuckerguß. Schließlich griff ein Mitglied der Festgesellschaft zum Fernsprecher und fragte den Konditor, warum die Torte noch immer nicht eingetroffen sei. Dieser jedoch erwiderte erstaunt, sie sei längst abgegeben worden. Auf die Frage, an welche Hausnummer geliefert worden sei, stellte sich alsbald heraus, daß die Torte an die falsche Adresse gelangt war!
So begab es sich, daß ein Gesandter aus dem Pfarrhaus bei den Nachbarn vorsprach und höflich bat: „Bitte geben Sie uns die Torte heraus!“ – Doch nun trat die ganze Wahrheit zutage: Was von der Torte übriggeblieben war, konnte man nicht mehr anständig überreichen. Peinlich.
Damit ein solcher Irrtum nicht abermals geschehen könne, beschloß man für die Pfarrersfamilie eine offizielle Namensänderung: Aus „Schultze“ wurde zunächst „Siegmund Schultze“, und schließlich, mit bestimmendem Bindestrich, „Siegmund-Schultze“. Das „Siegmund“, welches ohnehin als zweiter Vorname in der Familie verankert war, wurde so dem Geschlechtsnamen dauerhaft hinzugefügt – und also entstand unser heutiger Name: Siegmund-Schultze.

2: In heutigem Deutsch:

Herkunft eines Doppelnamens: Man erzählte einmal, dass in einer Stadt in Ostdeutschland zwei Familien wohnten, die denselben Familiennamen trugen, nämlich Schultze. In der einen Familie war der Vater Pfarrer, ein geachteter Mann. Gleich nebenan, ein Haus weiter, lebte die andere Familie Schultze, deren Hausherr allerdings kein Pfarrer war.

Die Pfarrersfamilie hielt wie eine Tradition daran fest, ihren Söhnen den zweiten Vornamen "Siegmund“ mitzugeben, so dass etwa ein junger Herr Heinrich Siegmund Schultze heißen konnte. Die Söhne des Pfarrhauses führten also stets zwei Vornamen.

Eines Tages stand ein festlicher Anlass bevor. Die Pfarrersfamilie wollte einen schönen Geburtstag feiern und bestellte zu diesem Zweck bei einem Konditor eine prächtige Torte. Die Torte wurde auch hergestellt und ausgeliefert – jedoch, o, o! – nicht an die vorgesehene Hausnummer. Statt zur richtigen Adresse und zur erwartungsvollen Festgesellschaft gelangte sie nun versehentlich zu den Nachbarn gleichen Namens, also zur Familie Schultze ohne Pfarrer. Dort aber fanden die Kinder, angelockt von süßem Duft, schnell Gefallen an der leckeren Sache und machten sich über sie her, bis diese – sagen wir – teilweise verzehrt und verunstaltet war.

Im Pfarrhaus dagegen wartete man vergeblich auf das bestellte Kunstwerk aus Biskuit, Creme und Zuckerguss. Schließlich griff ein Mitglied der Festgesellschaft zum Telefon und fragte den Konditor, warum die Torte noch immer nicht eingetroffen sei. Der aber meinte erstaunt, sie sei längst abgegeben worden. Auf die Frage nach der Hausnummer stellte sich schnell heraus, dass die Torte an den falschen "Schultze" gelangt war.

Also wurde es nötig, dass jemand aus dem Pfarrhaus zu den Nachbarn hinüberging und höflich bat: „Könnten Sie uns bitte die Torte herausgeben?“ Doch dann kam die ganze Wahrheit ans Licht: Was von der Torte übrig war, konnte man wirklich niemandem mehr zumuten. O, war das peinlich! (Lies unter dem Video weiter!)


Das folgende Video hat mit dem Namen nichts zu tun, außer dass meine Mutter auch "Siegmund-Schultze" hieß, seit sie mit Hellmuth Siegmund-Schultze verheiratet war!


Damit ein solcher Irrtum nicht noch einmal geschehen konnte, beschloss man bei der Pfarrersfamilie, den Nachnamen offiziell zu ändern. Aus Schultze wurde zunächst Siegmund Schultze und schließlich, mit Bindestrich, Siegmund-Schultze. Der Name „Siegmund“, der ohnehin seit Generationen als zweiter Vorname in der Familie lebte, wurde schließlich auch offiziell dem Familiennamen hinzugefügt. So also entstand unser heutiger Name Siegmund-Schultze.

3. Leeraner Ostfriesisch: 
De Herkomst vun den Naam Siegmund-Schultze: In’t Städtken Leer woonden twee Familien, de allens „Schultze“ hießen.
De eene Familie harr en Vader as Pastoor, en stillen un ehrlichen Mann. Recht nevenan, een Hus wieter, woon de anner Familie Schultze, man de Vader dor weer keen Pastoor. 

Bi de Pastoor-Familie kregen de Sööh allens den tweten Vörnamen „Siegmund“, so dat een Jung doch heten kunn „Heinrich Siegmund Schultze“. De Sööh harrn also twee Vörnamen. 

Een Dag wull de Pastoor-Familie en grooten Geburtsdag fieren. Se bestellten bi’n Konditor en mooie Kuuk. Een Tort weer backen un aflevert – man, dat weer bi de falsche Hus! Se weer nich bi de Pastoor, man bi de annern Schultze ankamen.

 De Kinner von de annern Familie sünd glieks över de Tort herfallen un harrn dor al een Deel snackt un kaputt maakt.

Bi de Pastoor wart man vergebens op de Tort. Een ut de Fierstied harr den Konditor anruft un fragt: „Wo blifft de Tort?“ De Backer seggt: „Dat is doch längst bi euch bröcht.“ Dann keem dat to’n Lücht: Falsche Husnummer!

So gung een ut de Pastoor-Familie bi de annern vörbi un seggt: „Gifft uns doch mol de Tort wedder!“ Man weil de Tort schun to'n grooten Deel uppfräten weer, kon dat so nich gaan.

Dorüm harr man seggt, dat dat nich mehr sien kann. De Naam vun de Pastoor-Familie weer denn ännert: eerst to „Siegmund Schultze“ un denn mit’n Bindestrich to „Siegmund-Schultze“. Dat „Siegmund“ harr man ja sowieso as tweten Vörnamen bruukt. 

So is uns Naam „Siegmund-Schultze“ entstahn.


Großeltern

Natürlich besuchten wir als ganze Familie unsere Verwandtschaft, hauptsächlich die zwei Omas und den noch lebenden Großvater, der über Händel schrieb, aber auch den Bruder meines Vaters, Gerhard, und seine Familie. Er war Jurist, er hatte eine Gerti und die Kinder "Isa" und "Janni". Ich habe also zwei Cousinen. - Hier zu erwähnen ist noch, dass die Großmutter mütterlicherseits in der Lambertikirche in Oldenburg verheiratet worden war.


Ich erinnere mich jetzt noch gerne an die Großmutter väterlicherseits, Großmutti, wie wir sie liebevoll nannten. Sie spielte mit uns Patience und Zankpatience. Patience ohne das Präfix "Zank" kann man alleine spielen. Unsere Großmutter ver­wöhnte uns Kinder meistens: Zum Beispiel füllte Großmutti die Badewanne in der Ostfeldstraße sehr, sehr voll mit Wasser, für jedes Kind extra! Sie gab uns Kindern je eine Mark, wenn wir eine Spargelstange aßen! Das kam daher, weil wir gemeckert (gemäkelt) hatten, wenn es Spargel gab. - Und das Beste, was man hier erwähnen könnte: Großmutti kletterte noch auf Hochsitze, als sie 77 Jahre alt war! 

Wir waren sehr gerne bei den Großeltern in Hannover. Dort gab es silbernes Besteck und gute Teppiche. Link. Großvati betete laut: "Danket dem Herrn, Seine Güte währet ewiglich." The curse ends with me. Ich habe mit Zigarettenschachteln meines Großvaters gespielt! Die Erinnerungen daran sind aber eher blass. An Oma, Tante Gretel und Onkel Herbert - und an die weitere Familie des Bruders meines Vaters erinnere ich mich gern. Onkel Gerhards Frau hat sich still an Jesus gehalten. Sela.


Siegmund-Schultze, 1958
Familie Siegmund-Schultze, 1958

Mein Vater Hellmuth (* 09.07.1928, † 06.09.2005) und meine Mutter Elisabeth (* 10.11.1929, † 30.03.2020) – obwohl sie eher als arm zu bezeichnen waren – sorgten gut für uns. Mein Vater stammte aus Breslau (Oberschlesien). Er konnte kein Studium absolvieren, sondern musste zunächst arbeiten, was er trotz seiner Kinderlähmung 14 lange Jahre tapfer durchhielt.

Wir, meine Schwester und ich, damals noch nicht an Jesus gläubig, waren, als wir klein waren, sehr zufrieden, dass wir am Sonntag zusammen sangen: "Vom Aufgang der Sonne" Und: „All Morgen ist ganz frisch und neu / des Herren Gnad und große Treu; / sie hat kein End den langen Tag / drauf jeder sich verlassen mag.“ Mutti sang u. a. auch: "Weißt du, wieviel *** Sternlein *** stehen."

Meine Mutter

Meine liebe Mutter war Christin. Als Nachfolgerin Jesu nahm sie die Stimme des Heiligen Geistes in ihrem facettenreichen Leben ernst. Sie erzählte mir, wie Gott sie ermutigte, gerade zu jenen alten und sterbenden Menschen im Logaer Altenheim zu gehen, die noch nicht zu Jesus gekommen waren und zum Teil jahrelang nicht sterben konnten. In dieser Zeit spürte sie, wie sie ihre Hand nehmen und mit ihnen so sprechen sollte, wie man zu einem Kind spricht. Also betete sie: „Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“ Und: "Herr Jesus, vergib mir meine Schuld." Durch ihre einfachen, liebevollen Worte öffneten sich regelmäßig die Herzen. Jene Menschen, die ihre Entscheidung lange herausgezögert hatten, fanden im Angesicht des Todes noch zu Jesus. Sie fanden Frieden.

Für mich bleibt Mutti ein ewiges Vorbild. An ihr habe ich gesehen, was es heißt, wirklich ein lebendiger Christ zu sein und es sich etwas kosten zu lassen. Auch sagte ein Hausarzt (Oppermann) zu ihr: "Machen Sie alle zwei Jahre eine Mütterkur!"

Meine Mutter war die Tochter von Helene Eike. Sie hatte 8 Geschwister: Trudi Rhode, Hella Sölter, Almuth Cohrs, Hans, Margarete Kollosche, Werner, Lore Plath, Fiede Böhm. Mutti wurde teilweise von den älteren Schwestern "erzogen". - Mutti erzählte gerne von ihrer "vorlaufenden Gnade", wie ich es jetzt nenne: Sie war erst zwei Jahre alt, da starb schon ihr Vater. Und gerade, als er gestorben war, fragten sich die älteren Schwestern: "Wie sagen wir es den Kleinen?" - Da träumte meine Mutter, dass ihr Vater jetzt im Himmel sei. Und sie sagte aufgeregt: "Ich träumte gerade, Vati ist im Himmel!" - Und die Schwestern froh: "Das sagen wir den kleinen Geschwistern!"  - Das nenne ich vorlaufende Gnade, weil zweijährige Kinder sich noch nicht für Jesus entschieden haben können.

Meine Mutter war Zahnarzthelferin. Sie konnte auch bis fast zuletzt noch Zähne untersuchen. Später arbeitete sie als Lohnbuchhalterin, sie lernte wohl auch Finanzbuchhaltung. Bald darauf war sie dann Blutspendemanagerin und Bestrahlungsassistentin in der Strahlentherapie. Die Bestrahlungen, die meine Mutter in der Medizinischen Hochschule Hannover ausführen musste, waren gefährlich, weil man leicht Fehler machen konnte. Die Bestrahlung wurde vorher berechnet, bevor sie gestartet wurde. Die Berechnung anhand einer Zeichnung wurde mit einem Computer bewerkstelligt. Meine Mutter erzählte gerne von den sogenannten „Hotspots“. Diese mussten bei der jeweiligen Bestrahlung vermieden werden. Sie wurden durch die Berechnung auf der Zeichnung sichtbar. Man musste dann eine neue Bestrahlungseinstellung eingeben und neu berechnen, wenn diese Hotspots auftraten. Was genau sind Hotspots? Diese Hotspots sind zu intensive Bestrahlungsstellen, die besonders für das Lungen­gewebe gefährlich und zu vermeiden waren.

Meine Mutter ermutigte mich später mit dem Bibelwort: "Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; meine Seele erkennt es sehr wohl (Ps. 139, 14f)." Und: "Warum betrübst du dich, o meine Seele?" (Ps. x,y)

Was meine Mutter außerdem gut konnte, war: Privatpersonen und Soldaten – meist am Telefon – zum Blutspenden heranziehen. Das Telefonieren musste schnell gehen, und das Kommen der Soldaten musste auch oft schnell gehen, weil es Notfälle gab, die bei einer Operation auftraten.

Sie leitete acht Jahre lang eine Teilgruppe der "Women's Aglow", einer christlichen Orga­nisation für Frauen. Dort hat sie viel erlebt.

Altes Telefon
Altes Telefon


2019
2019

Was meine Mutter noch sehr gut musste und wollte, war die Pflege ihres Mannes. Sie hatte ihn anfangs in den Rollstuhl und ins Auto hineingehoben, weil es damals keine bessere Methode und keine Möglichkeit der Erleichterung gab. Meine Mutter ergriff "zwangsläufig" oft die Initiative, obwohl sie ihren Mann dabei keineswegs überging: Ihre Motivation war jedenfalls so. Sie betete um den reibungslosen Umzug von Hannover; sie betete um ein "Häuschen" in Leer; sie betete um den gemeinsamen Übergang in das Altenheim in Loga; Mutter hörte von Jesus, wie in der Bibel steht: Meine Schafe hören Meine Stimme. - sie zog noch im hohen Alter von 89 mit Mut in ein alternatives Altenheim, wo sie ein gutes halbes Jahr sein konnte!


Mein Vater

Mein Vater - in Breslau geboren - war der Sohn von Walther und Gerti S.-Sch. Er musste häufig die Schule und den Wohnort wechseln, weil sein Vater als Oberst sehr oft versetzt wurde. Er hatte einen Bruder Gerhard. Mein poliogelähmter Vater hatte einige Wunder von Gott erlebt: Im Zoo kam der große Löwenpapa wie magisch hoch und wurde "angeregt" - vom Rollstuhl. - Als er immer mit dem offenen Gefährt fuhr, war er darauf angewiesen, dass es nicht regnete. Denn ich glaube, er wäre vor Nässe und Kälte vielleicht gestorben. Und tatsächlich erzählte er davon, dass er "regenlos" fuhr, soweit er sich erinnern konnte! - Das größte Wunder war wohl das Ereignis, als das Gefährt in der Mitte zerbrach und er dann richtig durch die Luft flog! Er erklärte uns das so, dass  ein Engel ihn trug, damit er sich nichts brach und sich nicht an etwas stieß. Gott ist treu.

Meine Eltern wohnten in Hannover-Kirchrode direkt nebeneinander, schauten einander verstohlen an, als sie begannen, sich zu verlieben, was ich ganz süß finde! Mein Vater schrieb in Briefen an seine Verlobte: Elisabeth Gräfin von Mia Metti. Beide Eltern machten sich später - verheiratet - gegenseitig eine ganz ungewöhnliche "Liebeserklärung": "Ffeh-Ppeh", was moralisch gut war: Beide machten mit dem Mund gleichzeitig "ffeh-ppeh", während sie so nahe am Partner waren, dass sie die Feuchtigkeit fühlen konnten. - Mein Vater arbeitete 14 Jahre schwer. Danach war er mit Erfolg beim Gideonbund angestellt.

Meine Eltern erzählten mir weitere Dinge, die ihnen widerfuhren und die ich nicht wissen konnte, wie folgende Begebenheiten: Mein Vater durfte nicht studieren. Ich nehme an, die Kinderlähmung hat die Zulassung verhindert. Er arbeitete als Lohnbuchhalter im Krankenhausbetrieb (Hannover, Oststadt-Krankenhaus), acht Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche. Eine Besonderheit war, dass er dort am Arbeitsplatz nie auf die Toilette geschoben werden musste, was meines Wissens eine Bedingung war! Nach etwa 14 Jahren tapferen Durchhaltens und nachdem ihm die Arbeit körperlich zu schwer geworden war, bekam er Frührente.

Kindheitserinnerungen

Vati war ab 1969 etwa bei uns Kindern zu Hause. Mutti war noch einmal in Arbeit und verdiente das Geld. Er half uns als Frührentner oft bei den Hausaufgaben: in Latein, Griechisch, Mathematik und Deutsch. Auch in Englisch konnte er die Vokabeln abhören. Er wärmte uns das Essen an. Mein Vater konnte seinen Rollstuhl mit Zweitakt-Motor teilweise selbst reparieren; konnte zum Beispiel den Bowdenzug nachjustieren, die Zündkerzen wechseln und den Vergaser ausein­ander­nehmen. Mutti half dabei, wenn es nötig war.

Väterlicher Segen

Mein Vater fuhr mit dem motorisierten Fahrzeug voran und zog mich auf dem Fahrrad hinterher, durch den Wald. Dort machte er dann gerne den Motor aus! Schöne Erinnerung an die Handauflegungen meines Vaters: Er segnete mich oft, oft mit einem Gebet, wenn es wichtig für mich war! Er legte mir die Hand auf den Kopf, wie die Bibel es sagt (Apg. 9, 12.17 und Hebr. 6, 2) Was er mich sonst lehrte, lies in Röm. 14, 5 selbst.

Meine augenblicklichen Neigungen lassen mich nachdenken: Mein Vater war ein potenzieller "Lehrer" und konnte gut erklären. Vielleicht allein aus dem Grund, dass er nicht körperlich arbeiten konnte. Ich mag auch selbst unheimlich gern Dinge erklären. - Empfehlenswerter Link zu mehr..

Hellmuth Siegmund-Schultze, ca. 1978
Hellmuth Siegmund-Schultze, ca. 1978

Mein Vater war ein Held, ein Alltagssieger mit Kinderlähmung. - Etwas körperlich "Schweres" und für ihn vielleicht Peinliches konnte mir meine Schwester jetzt 2023 nacherzählen: Er goss mit einer leichten Gießkanne die auf dem alten Kachelofen befindlichen Blumen. Dabei musste er sich aus seinem Rollstuhl herausheben, was ein ziemlicher Kraftakt war! (Apropos Ofen: Wir hatten jenen Kachelofen im relativ großen Wohnzimmer gelassen, weil es erstens schwierig war, ihn auszubauen, und wohl falls einmal ein Notfall eintrat und die Heizung ausfiel.) Vati wärmte uns das Essen in der Küche an, wenn Mutti arbeiten gehen musste. Er schnitt Rasenkanten und Rosen im Garten und spielte mit uns allen Boccia und Crocket - viele schöne Jahre lang tat er das! Den Staub saugte mein Vater, wenn Besuch kommen sollte. "Sehdreck" wegmachen oder Krümelprogramm nannten wir das

Mein Vater war ein humorvoller und geduldiger Mann. Humorvoll: Mein Vater stützte sich manchmal mit dem Ellenbogen auf den Tisch. Dann schubste meine Schwester Vatis Arm vom Tisch. Und sofort kippte er aus Spaß extra stark zu einer Seite und ein bisschen nach unten weg, weil er vorgab, sich nicht halten zu können. - Geduldig: Er erklärte mir später anhand des griechischen Wortes für Sünde, dass Sünde dasselbe wie Zielverfehlung ist: hamartia; hamartano. Zielverfehlung erinnert an eine Zielscheibe, an das Zentrum einer Zielscheibe, das es mit einem Pfeil zu treffen gilt.

Zielverfehlung
Zielverfehlung

Vati hatte als Werkzeug mindestens eine kleine, aber feine Holzkiste mit zehn Uhrmacher-Schraubendrehern. Er konnte bis zu einem gewissen Grad alte Armbanduhren reparieren und säubern, weil Staub in die Gehäuse eindrang. Die Uhren besaßen damals eine "Unruh" und man brauchte sie nur aufziehen. Die Batterie gab es noch gar nicht. - Was mein Vater noch hatte, waren einige Landkarten. Als kleine Besonderheit möchte ich hier die 1:100.000-Karten (sprich: Eins-zu-Hundert-Tausend-Karten) erwähnen.

Keine 1:100.000-Karte
Keine 1:100.000-Karte

Labilitäten

Ich bin in Hannover geboren und aufgewachsen. Als ich ungefähr ein Jahr alt war, also ca. im Dezember 1957, hatte ich Gehirnhautentzündung und musste in einem Kinderkrankenhaus liegen. Die erste, schwere Geschichte: Mutti betete zu Gott zur Zeit des Jahreswechsels 1957 / 1958: "Herr Jesus, ich weihe Dir dieses Kind, meinen Sohn Stefan, wenn Du ihn nur wieder gesund machst! Er sei Dein, er sei Dir geweiht" - als ich an dieser Hirnhauteentzündung erkrankt war. - Und Gott hat mich damals völlig gesund gemacht. Gott, mir geschehe nach Deinem Plan u. Wort! I surrender my life, my whole life to You, Lord Jesus (2025). - Die zweite Begebenheit zu demselben Krankenhaus-Aufenthalt: Ich verlangte angeblich zum Mittagessen Bratensoße. So jedenfalls sagten die Krankenschwestern. Das Geheimnis: Ich mochte schon immer etwas Flüssiges zu Mittag, weil mir die Mahlzeit ohne Flüssigkeit zu trocken war. Zuweilen ist das immer noch so. - Mutti gab mir früher einfach Gemüsesaft. Aber die Schwestern kannten den Zusammenhang nicht, hatten nichts anderes zur Verfügung und sagten zu meiner Mutter: "Ihr Sohn ist aber verwöhnt. Der nimmt das Essen nur mit Bratensoße!" - Das stimmte natürlich nicht. Gemüsesaft hätte es auch getan.

Meine Eltern waren gläubige Menschen. Sie liebten Gott, einander und ihre Kinder. Als wir noch sehr klein waren, hatten die Eltern schon klassische Musik von J. S. Bach, Brahms und Vivaldi an, auf Vinyl-Schallplatten. Das war sehr gut und weise. Ich bin ihnen heute noch sehr dankbar für die schöne Musik, die wir sehr häufig hörten! - Meine Mutter erzählte mir, dass ich zu dem sechsten Ungarischen Tanz von Brahms schon als sehr kleiner Junge wippte oder mitmachte!

Zu einem Zeitpunkt in unserem Familienleben, als ich in einem Kinderwagen war, machte mein Vater Heimarbeit und musste mit der Schreibmaschine schreiben. Nun war es ganz schön, wenn ich im Kinderwagen in demselben Raum "mittendrin" war, so dachten meine Eltern. Aber ich bekam einen nervösen Magen, weil die Schreibmaschine mir zu laut war. So sorgten meine Eltern dafür, dass ich mich in einem anderen Zimmer aufhielt, wo sich die ziemlich laut lärmende Schreibmaschine nicht befand. Daraufhin ging es mir gleich viel besser. Ich hatte mit vier Jahren Magenpförtner-Krampf, was nicht so positiv ist! - Auch nicht schön und nicht wirklich appetitlich ist die Tatsache, dass ich als kleines Kind trockene Regenwürmer und wohl auch Käfer aß. Ich aß auch Tagetes-Blüten im Garten, als ich klein war. Unsere Eltern hatten Usambara-Veilchen und Kakteen im schönen Wohnzimmer auf der Fensterbank; was ich immer als sehr harmonisch empfand!

Usambara-Veilchen
Usambara-Veilchen

Von der Großmutter väterlicherseits quasi geerbt haben wir die Teewurst auf dem Esstisch. Es gab bei meinen Großeltern "Messerbänkl" und "Spülkummen", also kleinere Schälchen aus Porzellan. Vielleicht auch andere Dinge und Traditionen, die ich nun nicht mehr weiß.

Ich weiß auch von der Erzählung meiner Mutter, dass ich Folgendes gesagt habe: »Das sind meine Kinder. Die (gemeint waren solche Bären wie hier auf dem einen Foto) hab ich selbst GEBORT!« Gebort hätte geboren heißen müssen; ich war 3 oder 4. Später strickte ich eine kurze Weile.

Ich sagte in ähnlichem Alter: Litfaläuse statt Litfass­säule und später Plutscher statt Lutscher. Mutti sagte aus Spaß einfämeln (d. i. einfädeln) und Elemant. Ich zählte: "1, 2, 3, .... 14, 15, 16, 18, 80, sechsundzwachzig." Weiter ging es nicht. Meine Mutter musste mir das erzählen. - Ich weiß noch halbwegs, dass es an vielen Sonntagen Ei gab - und einen Becher mit einem durch Kakao abgeschwächten Kaffee. Dieser kam in den Kakao und wurde so "verdünnt", damit er nicht so stark wirkte. Solch ein Frühstück ist immer etwas ganz Besonderes und Schönes gewesen, weil es im elterlichen Schlafzimmer stattfand. An Samstagen gab es zum Mittagessen Pellkartoffeln mit Quark - und das häufig!

Der Duft von wohlriechenden Badekugeln ist mir noch präsent. Wir hatten immer eine Badewanne, so dass Badekugeln sehr sinnvoll waren.

Wie alt mögen wir gewesen sein? Vielleicht so drei oder vier? Ich zeigte lebhaftes Interesse am Puppenwagen meiner Schwester. Ich unternahm vielleicht den Versuch, ihren Puppenwagen anzufassen oder wegzufahren. Sie war nicht auf den Mund gefallen und sagte zu mir: "Vorsicht, der ist ähläcktrisch"! (elektrisch; d. h.: sie wollte mich abschrecken, den Puppenwagen soll ich nicht berühren)  – Ich reagierte nicht darauf und fasste ihn an, im festen Wissen, da passiert nichts. Sie war bestimmt ärgerlich auf mich!

Mit 4 ungefähr saß ich im Holz-Fußkasten im Rollstuhl meines Vaters - worin übrigens auch Peter R. saß! Toll, mitfahren zu dürfen! - Wir waren zusammen mit den Großeltern väterlicherseits mehrmals an der Ostsee, um den Sommerurlaub dort zu verbringen, als wir Kinder noch kleiner waren.

Als ich 8 wurde, bekam ich von "Hero" (der war bei uns mit seiner Frau Conchita und dem Kind Chicitito, aus Spanien. In dem kleinen Haus war das eng und schwierig.) die ersten Teile zu einer ausbaufähigen Märklin-Eisenbahn, Spur H0. Das Spiel mit der Eisenbahn machte mir lange viel Spaß!

Zoo, Wald, Park, Häuschen

Im Zoo gab es mehrmals den magisch angezogenen Löwen. Er war von Vatis Rollstuhl angezogen. - Die in Hannover befindlichen Wälder, Parks und Gärten kenne ich nicht alle; aber die im folgenden beschriebenen Grünanlagen besuchten wir oft. Ich suchte mir als Kind im Wald einen Stock, wie einen Hirtenstab bei 2. Mose. "Rühr-mich-nicht-an" war ein willkommenes Waldkraut. Wir gingen gelegentlich in die Eilenriede und in weitere Wälder. Aber wir favorisierten den bei uns viel näher gelegenen Lönspark - und den Tiergarten, in dem Hirsche waren. - Die Herrenhäuser Gärten sind eine weitere, über Hannover hinaus gut bekannte Attraktion (Die Herrenhäuser Gärten sind sehr berühmt und zählen zu den bedeutendsten Barockgärten Europas.). - Im heimischen Vordergarten hatten wir einen wilden Apfelbaum, dessen Früchte ungenießbar waren, und einen kleineren Hirschkolbensumach, beide zu "beklettern". Wir hatten im schönen Garten hinterm "Häuschen" sieben Apfelbäume, von denen der erste Augustäpfel trug.

Im "Hintergarten" hatte ich einmal mit dem Nachbarsjungen Alex ein unkluges, ja, waghalsiges Experiment gemacht: Wir befestigten an einem hinreichend stabilen Pflaumenbaum einen Stein mit einem Seil. Dann kletterte ich auf den Baum und auf den Stein, um mich darauf zu setzen, und sagte zu meinem jüngeren Spielkameraden: „Kannst du den Stein ganz allmählich locker lassen, Alex?“ Dabei fiel ich vom Baum und der Stein verletzte mich unglücklich ("Ich habe doch allmählich gesagt." - "Ja, habe ich doch allmählich gemacht!") und ich musste ins Krankenhaus. Das Loch in meinem Bein musste genäht werden. „O, Tarzan hat die Liane verfehlt?!“ Man sagt: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Es gab "Bruch" von Bahlsen-Keksen aus der gleichnamigen Firma. Ich denke, kostenlos.

Ich machte einmal einen Versuch mit einer Nähmaschine: Ich besaß ein weißes Oberhemd, das ich enger nähen wollte. Ich hatte die Nähmsaschine meiner Mutter zur Verfügung. So versuchte ich mich daran: Was dabei herauskam, war eine nicht so gerade Naht.

Jungengymnasium usw.

Mit sechs (1963) wurde ich eingeschult. Zunächst, ganz zu Anfang, musste ich in die Innenstadt von Hannover fahren, weil die Grundschule in Hannover-Kleefeld noch nicht fertiggestellt war. In der Lesestunde gab es das Buch: "Nies Puck möchte lesen lernen". Mit 10 Jahren kam ich in ein Gymnasium (1967), wo nur Jungs waren, in ein Jungengymnasium also. Erst später kamen ganze zwei und dann noch ein Mädchen in unsere Klasse! 2+1=3. Ist das heute vorstellbar?

Was ich bis heute mit großer Dankbarkeit schreibe, ist die Tatsache, dass unsere Eltern uns in Bildung und Lebensart mit viel Verständnis förderten. Obwohl es finanziell nicht so rosig aussah, hatten wir Kinderfahrräder. Sie gaben uns außerdem die Möglichkeit, das Gitarrenspiel zu erlernen, zu schwimmen, Ski zu fahren, Schlittschuh zu laufen und zu reiten. Eine Zeit lang ritten wir auf Norwegern – kräftigen Pferden, die man damals wohl „Doppelponys“ nannte. Manchmal mussten wir in Hannover-Misburg ohne Sattel reiten! So abenteuerlustig waren wir. Unsere Eltern ermöglichten zuerst mir, den Führerschein Klasse 3 zu machen, und unterstützten uns Jugendliche diesbezüglich finanziell. Meine Schwester kam ein Jahr danach dran. Solche Großzügigkeit hatte den Grund, dass meine Mutter (und mein Vater) hoffte, Entlastung von uns inzwischen erwachsenen Kindern zu bekommen. Erklärung: Vati musste öfters mit dem PKW gefahren werden. - Mein Vater lehrte mich Lateinvokabeln und auch allgemein Latein. Er konnte das. Dabei fällt mir ein, dass meine Mutter zu meinen Lateintexten so zum Spaß lustige deutsche Übersetzungen sagte. Noch weitere Dinge brachte Vati uns bei: Sterne beobachten; einfache Takte dirigieren; und Tischtennis, ja, wirklich! Vogelstimmen; Rechnen mit "Probe". Mutti wird uns beim Radfahren geholfen haben. Schön war, dass Vati eine Stimme war, ein Priester seiner Familie, und laut zu Weihnachten Hambraeus und Lukas 2 vorlas.
Jetzt kommt ein Teil unserer Geschichte, da waren wir noch kleiner: Meine Schwester konnte beim Telefonieren die Wählscheibe nicht betätigen, weil ihre Finger zu "weich" waren. Ich war eher schüchtern und vermied es zu reden. So kam es, dass wir zusammen telefonierten, falls es mal nötig war: Ich wählte mittels Wählscheibe und meine Schwester sprach! - Hierhin gehört auch die öfter vorgekommene wahre Begebenheit, dass wir Kinder, meine Schwester und ich, immer zusammenhielten; sogar, wenn wir uns mal gestritten hatten. Manches Mal stritten wir Kinder uns, und Mutti kam dazu, um den Streit zu schlichten. Da sagte meist meine Schwester: "Wieso? Ist doch gar nichts!"

Ist die Schraube locker?

Wir bastelten viel, zum Beispiel aus Lego, aus Papier, Karton, Pappe, Knetgummi und Fimo. Fimo ist ähnlich wie Knetgummi. - Ich entwarf kleinere Erfindungen: Ich denke da an zwei oder drei selbstgebastelte Spiele – Brettspiele ähnlich wie Monopoly, aber viel kleiner, einfacher und nur grob auf Papier entworfen. – Ich schrieb in einer "unvollendeten" Geschichte, dass der Arzt Doktor Lupotkacce zu einem seiner Patienten sagte: "Halten Sie mal bitte still! Ich dreh Ihnen eine Schraube in Ihren Kopf, die ist noch locker!" 

Alex, Lehrer, Kein-ohne

Alex, der Junge aus der Nachbarschaft, war oft bei uns. Ich brachte Alex die Gangschaltung im Auto bei, im Sandkasten! Ich war damals schon lehrerhaft, und insgeheim möchte ich Dinge predigen, lehren oder Lehrer sein. Manchmal sage ich zu mir selbst autodidaktischer Lehrer. Heute liebe ich es, jemandem das Gitarrenspiel für Anfänger beizubringen, oder auch Tischtennis, Englisch oder Deutsch. - Wir spielten mit Worten: Mutti spielte mit uns "Teekesselchen" und "Kein - ohne". Was ist das? "Kein - ohne" geht so: "Kein Abwasch ohne Wasser. Kein Auto ohne Anlasser." Es muss sich reimen.

Die Eltern machten 1972 einen Anbau ans Reihenhaus, um einen besseren Schuppen und einen "Hobbyraum" zu erhalten. Durch jenen Anbau bekam das Haus einen "Kriechboden". Da oben durften wir Kinder einmal Kartoffeln mit Salz essen. In jenem Hobbyraum fand meine Märklin-Eisenbahn Platz. Auf einer großen Platte waren unter anderem mehrere Tunnelröhren.

Kino | Musik

Ins Kino gingen wir, um "Bambi" und später "Vom Winde verweht" zu sehen. Ich erinnere mich, dass "Jesus ins Musical Hair kam", als ich mich noch nicht zu Jesus bekehrt hatte! Dieses Ereignis erkläre ich hier: Einige Christen standen vor dem Kino, wo "Hair" lief, und verteilten Traktate. Diese trugen die Überschrift: "Als Jesus ins Musical Hair kam". Es handelte von der Bekehrung mehrerer Hair-Darsteller zu Jesus, damals, etwa 1970. Pfefferminz, Pfefferminz.

"Anatevka" war auch so ein Highlight. - Eine sehr gute musikalische "Erziehung" wurde uns Kindern nahegebracht; auch gab es im Radio Bach, Vivaldi usw.; "Theo Altmeyer, Tenor" beantworteten wir mit: "Da ist Theo Altmeyer ja wieder!"


Farben, Gesellschaftsspiele, Tiere

Einer von uns beiden Kindern, meine Schwester oder ich, hat erfunden, dass die vierköpfige Familie Farben zugeteilt bekam und sich für bestimmte Zwecke dadurch in einer bestimmten Reihenfolge befand. HASE: Hellmuth - Anne - Stefan - Elisabeth. Hellmuth, mein Vater, bekam die Farbe blau, meine Schwester bekam Gelb, ich liebte tatsächlich Grün und meine Mutter erhielt Rot. So existierte eine Reihenfolge.
Das wurde dann sichtbar bei Handtüchern im Bad und bei einer weiteren Gelegenheit auch, nämlich bei dem bei uns sehr beliebten Gesellschaftsspiel "Fang den Hut". Es war folgendermaßen praktikabel: Wir bekamen in "Fang den Hut" einfach die farbigen Spielfiguren blau, gelb, grün und rot zugeteilt. Dass wir gern mit Worten spielten, sieht man an dem Ausdruck "Ruhebänkchen": In "Fang den Hut" ist das Ruhebänkchen ein Ort der Sicherheit, an dem man nicht eingefangen werden kann.
Apropos Gesellschaftsspiele: Solche Spiele wie Fang-den-Hut nahmen einen wichtigen Teil unseres Lebens zum schönen Zeitvertreib ein. Schwarzer Peter, Quartette, Malefiz, Scrabble, Mastermind, Monopoly, Mensch-ärgere-dich-nicht, Mühle, Dame, Mikado, Skat- und Rommekarten und ein bisschen Schach. Schach aber konnte ich nie gut; Mastermind spielte ich dagegen ausgiebig und sehr gerne. Wir hatten Puzzle-Spiele. Später gab es auch Rummikub und Uno.
Als meine Schwester in der ersten Klasse war und gerade zu lesen begann, sagte sie: "Mutti, du kannst mich wieder von der Schule nehmen. Ich kann jetzt lesen. Ich kann alle Buchstaben nun, also kann ich lesen." - Zu unseren Tieren ist unbedingt zu sagen, dass ich Hunde sehr liebe, weil sie so treu sind (wenn sie nicht zu unerzogen sind.) Ich mag auch zahme, ruhige Pferde gern! Wir hatten syrische Goldhamster. Wir hatten einmal eine Schildkröte. Zum besonderen Thema "Goldhamster" siehe hier. Über meine Erfahrungen mit dem niedlichen Dackel Ila schreibe ich hier: "Long Story 2".

Als wir heranwuchsen, spielten wir natürlich auch auf der Straße. Wir erfanden einmal einen

Doppelroller

wie dieser rote Textblock zeigt: Wir Kinder bauten einmal einen "Super-Roller". Wer von uns diese Idee hatte, ihn zu bauen, weiß ich heute nicht mehr: Vielleicht war ich es. Dieser spezielle "Doppelroller" bestand aus zwei normalen Kinderrollern und einem etwa anderthalb Meter langen Brett. Das Brett legten wir auf die nebeneinander stehenden Roller und befestigten es mit Nägeln. Nun konnten zwei Kinder die Roller treten, vorwärtsfahren und mit Absprache lenken. Ein dritter "Beifahrer" konnte in der Mitte zwischen den "Motoren" mitfahren, ohne selbst zu treten und zu lenken.

Kindertraube

Es bildete sich an diesem Vormittag eine größere "Kindertraube" (das ist eine Schar von neugierigen Kindern) um diese witzige Erfindung herum. Ich war schon alt genug, um zu wissen, wieviel PS das ungefähr waren. Als ich also die Sprache auf "Null komma null null vier PS" brachte, sagte mein jüngerer Freund laut: "Ja, ich weiß: Null Komma Null Komma Nix Nix Nix!" – Und der Doppelroller hatte seinen Namen weg. Er hieß fortan: "Null Komma Null Komma Nix Nix Nix".

Doppelroller
Doppelroller

Buddelnderweise

Wir Kinder hatten zu Hause eine Tischtennisplatte, wo mein Vater mir einen guten Tipp gab. Ja, trotz der Kinderlähmung! Wir hatten Kinderfahrräder und viel Spielzeug. Wir spielten als kleine Kinder in einem Sandkasten, der sich im hinteren Garten befand. Wir Kinder bauten manchmal darin tolle Sachen; Ila, die Hündin, aber auch, buddelnderweise. Die Ila, die quicklebendige Hündin, buddelte alles kaputt, was wir im Sand gebaut hatten! Sie buddelte wirklich sehr viel. - Der Rüde Johnny und der kleine Kater Pinkus waren später die Tiere, die etwas Lustiges machten: Johnny war eher langsam, Pinkus dagegen schnell. Pinkus sprang öfters auf Johnny's Rücken. Der aber wollte ihn loswerden und bellte langsam und leise sogar! Ein witziger Anblick! Mehr Tiere.

Mehr

Wir hatten ein Tonbandgerät, um mit einem Mikrofon Sprache, Gesang und Späße aufzunehmen. - Als Familie nahmen wir daran teil, wie direkt draußen an unserem Fenster - vom Wohnzimmer aus sichtbar - eine oder zwei Blaumeisen gegen einige Kohlmeisen ihr Nest und ihr Haus verteidigten. Wir erkannten, dass die kleineren Blaumeisen doch sehr selbstbewusst waren! - Wir hatten selbst gebackenes Weizenvollkornbrot und solche Dinge mehr, weil unsere Mutter Rheuma hatte und gesunde Nahrung zu sich nehmen musste. In der humanistischen Schule mochte ich Volleyball spielen. - Der Pastor Paul Toaspern aus der damals noch existierenden DDR bekam ca. 1973 die gute Prophetie: "Preist Mich, preist Mich, euren Gott!" Das bekamen wir im Hauskreis schriftlich. Okay, das war nicht alles in exakt zeitlicher Reihenfolge.